CDS - next-GEn Circularity Certification

Wenn Vision und Systemdenken zusammenkommen, entsteht Wandel und Innovation.

 

Mit dem Circular Design Standard (CDS) präsentierte circular.fashion vergangene Woche auf der Textile Exchange Conference in Lissabon einen lang erwarteten Meilenstein – einen Standard, der erstmals ganzheitliche Zirkularität überprüfbar und glaubwürdig macht – und damit eine bestehende Lücke in der Branche schließt.

Die Expertise von circular.fashion in Kreislaufsystemen und Digitalisierung traf dabei auf die Erfahrung von it fits im Aufbau glaubwürdiger Zertifizierungssysteme – eine Partnerschaft, die zeigt, wie ein Standard von Anfang an auf ein solides und vertrauenswürdiges Fundament gestellt werden kann.


circular.fashion führt mit dem Circular Design Standard (CDS) ein vollständig digitales und von unabhängigen Dritten geprüftes Zertifizierungssystem ein, das einen neuen Maßstab für Zirkularität in der Mode setzt. Aufbauend auf mehr als fünf Jahren praktischer Anwendung und Überprüfung ermöglicht der CDS Marken nun, Produkte auf Basis robuster und verlässlicher Kriterien zu zertifizieren und zu kennzeichnen – und so ihre Ziele für Zirkularität messbar umzusetzen. Die CDS-Zertifizierung ist derzeit für Bekleidung verfügbar. Accessoires, Schuhe und Heimtextilien sollen folgen.

„Mit zunehmender ökologischer Dringlichkeit und sich entwickelnden globalen Regulierungen – von der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) über die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) bis hin zu weiterführenden Vorgaben für Umweltaussagen – steht die Branche unter wachsendem Transformationsdruck, sieht sich aber zugleich neuen Chancen gegenüber“, betont Ina Budde, Geschäftsführerin von circular.fashion.

 

„Der Circular Design Standard befähigt Marken, Wege zur Vorbereitung auf gesetzliche Vorgaben zu finden – und vor allem darüber hinauszugehen, um eine führende Rolle in der Weiterentwicklung zirkulärer Produktgestaltung einzunehmen.“

Branchenpionierin Ina Budde & ihr Team stehen hinter dem neuen CDS, Bildquelle: circular.fashion


klarheit für zirkularität

Der Circular Design Standard definiert branchenführende Kriterien für Textilprodukte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Die Kriterien sind praxisorientiert und bieten detaillierte, faser- sowie produktspezifische Anforderungen zur Unterstützung einer konkreten Umsetzung. Der CDS wird fortlaufend an die sich entwickelnden EU-Vorgaben angepasst, um mit umfangreichen Kriterien über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinauszugehen, in den vier zentralen Säulen des zirkulären Produkt- und Systemdesigns. 

  • Zirkuläre Materialien – gesunde, recycelte und/oder erneuerbare Materialien
  • Design für Recyclingfähigkeit – Produktgestaltung für hochwertiges Faser-zu-Faser-Recycling
  • Design für Langlebigkeit – Haltbarkeit, Reparierbarkeit und verlängerte Nutzungsdauer
  • System für Kreislaufführung – Integration in Kreislaufsysteme für Wiederverwendung, Rücknahme, Reparatur, Sortierung und Recycling

Die CDS-Zertifizierung fördert damit aktiv die Vorbereitung auf bestehende und zukünftige EU-Regulierungen rund um Produktdesign, Datentransparenz und Umweltkennzeichnung für Produkte, welche die regulatorischen Anforderungen übertreffen. Sie befähigt Marken, ihre Kommunikation zu Zirkularität sichtbarer und fundierter zu gestalten, stärkt das Vertrauen der Konsument:innen und unterstützt informierte Kaufentscheidungen – zentrale Hebel für die Skalierung von Zirkularität.

 

Bereits mehr als zehn globale Marken und Händler, darunter Vorreiter wie Marc O’Polo, Otto und Zalando, vertrauen auf den CDS. Die Zertifizierung soll nun als branchenweiter Standard etabliert werden, um glaubwürdigen Fortschritt im zirkulären Produkt- und Systemdesign der Modeindustrie voranzutreiben.

 

„Als Marke, die unabhängige Zertifizierungen als Grundlage ihrer Materialstrategie wählt, unterstützen wir die Mission, einen Standard für zirkuläres Design zu etablieren. Durch die Entwicklung und Verifizierung von 10 % der Marc O'Polo Bekleidungsprodukte nach den Circular Design Kriterien haben wir relevante Prozesse systematisch in unsere Produktentwicklung integriert.“– Anita Gerer, Manager Product Innovation & Circularity, Corporate Sustainability

Wirkung im großen Maßstab entfalten

Ein erster Blick auf die CDS Platform, Bildquelle: circular.fashion

Die CDS-Zertifizierung ist so konzipiert, dass sie wirtschaftlich gut umsetzbar und auch in großem Maßstab effizient implementierbar ist, während sie gleichzeitig innovative, zirkuläre Geschäftsmodelle fördert, die Wachstum auf mehreren Ebenen neu definieren. 

 

Durch klar definierte, designbasierte Kriterien ermöglicht sie einen digitalen Verifizierungsprozess, der sich nahtlos in bestehende Systeme wie Product Lifecycle Management (PLM), digitale Produktpässe (DPPs) und Nachhaltigkeitsberichterstattung integrieren lässt. Das reduziert den manuellen Aufwand und die Komplexität erheblich und macht die Umsetzung praxisnah, skalierbar und kosteneffizient.


Kooperative Entwicklung und unabhängige Steuerung

Seit 2020 wurden Hunderte von Produkten nach früheren Versionen des CDS unabhängig verifiziert. Die Zertifizierung wurde über fünf Jahre hinweg unter Einbeziehung umfangreicher Beiträge von Marken, Recyclern und interdisziplinären Branchenexpert:innen entwickelt. Ihre Weiterentwicklung wird von einem Governance Board mit vielfältigen Interessengruppen entlang des Kreislaufs verantwortet, dem Vertreter:innen des gesamten Kreislaufs angehören – darunter Recycler, Händler und Modemarken wie Marc O’Polo, Otto, Zalando, Hugo Boss, Peak Performance, Tchibo, H&M Group und Intersport.

Diese Governance-Struktur gewährleistet Unabhängigkeit, Relevanz und kontinuierliche Weiterentwicklung des Standards. Das unabhängige Zertifizierungssystem wird zudem in Zusammenarbeit mit anerkannten Zertifizierungsstellen umgesetzt, um den Fortschritt der Branche zu beschleunigen und mehr Wirkung zu erzielen.

 

Die CDS-Zertifizierung basiert auf der kommenden Version 6.0, die im 1. Quartal 2026 veröffentlicht wird. Begleitende Kommunikationsrichtlinien und Kennzeichnungsregeln unterstützen dabei eine transparente und produktspezifische Verbraucherkommunikation.

 

„Ein Standard für zirkuläres Design ist entscheidend, weil er der Branche eine gemeinsame Sprache bietet. Er schafft Vertrauen bei den Konsument:innen und fördert Innovationen, indem er klare und einheitliche Kriterien dafür liefert, was ein zirkuläres Produkt ausmacht. Ohne einen solchen Standard bliebe der Begriff ‚zirkulär‘ vage, würde Greenwashing Vorschub leisten und es Unternehmen erschweren, wirklich zirkuläre Praktiken in die Breite zu tragen. Zalando hat sich entschieden, den Circular Design Standard (CDS) zu akzeptieren, um wegweisende Marken im zirkulären Design zu unterstützen. Der Standard bietet ihnen eine klare und verlässliche Möglichkeit, ihre Produkte auf unserer Plattform auszuweisen – und hilft unseren Kund:innen, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.“ – Juliana Alvarez, Senior Manager für Circular & Sustainable Products bei Zalando

 

Die neue Kennzeichnung für kreislauffähige und zertifizierte Produkte

Bildquelle: circular.fashion


Expertise in Zertifizierungssystemen - Die Rolle von it fits beim CDS

Für it fits war die Mitwirkung am Aufbau des Zertifizierungssystem für den Circular Design Standards weit mehr als ein Beratungsprojekt – es war die Chance, unser Wissen aus mehreren Jahrzehnten Arbeit an glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstandards in ein neues Kapitel der Modebranche einzubringen.

 

Auf Basis der Erfahrung von zahlreichen Verifizierungen in den letzten zwei Jahre haben wir gemeinsam mit circular.fashion die Abläufe für die Verifizierung und damit den gesamten Zertifizierungsprozess des CDS mitentwickelt. Unser Ziel: ein System, das nicht nur den Anspruch auf Transparenz und Unabhängigkeit erfüllt, sondern auch den realen Erwartungen aus der Praxis standhäl und vor allem den Anforderungen an unabhängige Zertifizierungssystemen entspricht.

 

Diese enge Zusammenarbeit hat gezeigt, wie stark sich die Welt der Zertifizierung verändert: weg von reinen Nachweisen und Papier-Dokumenten hin zu digital gestützten, ganzheitlich abgesicherten Systemen, die Glaubwürdigkeit neu definieren und Abläufe / Methoden modernisieren. Dass unsere Erfahrung nun in den Circular Design Standard eingeflossen ist, freut uns besonders – denn sie trägt dazu bei, dass Zirkularität überprüfbar, messbar, nachvollziehbar und damit zukunftsfähig wird.

„Unsere Arbeit am Circular Design Standard ist ein Beispiel dafür, wie sich Erfahrung aus klassischen Zertifizierungssystemen mit neuen digitalen Lösungen verbinden lässt – für mehr Glaubwürdigkeit und Wirkung in der Transformation der Textilbranche.“ – Katharina Schaus, Geschäftsführerin it fits

Über circular.fashion

circular.fashion, Initiator und Standardgeber des Circular Design Standard (CDS), agiert als Katalysator für die zirkuläre Transformation der Modebranche durch die Entwicklung und Bereitstellung von Definition und Lösungen zur Umsetzung und Skalierung zirkulärer Produkte und Systeme. Mit über acht Jahren Erfahrung hat die Organisation mehr als 400 Unternehmen begleitet und über 3.000 Praktiker:innen darin geschult, zirkuläre Prinzipien in Produkten und Geschäftsmodellen anzuwenden. Neben der aktiven Rolle in der Standardentwicklung und Harmonisierung in nationalen und europäischen Projekten und Gremien, bietet circular.fashion konkrete Umsetzungsunterstützung sowie eine digitale Plattform, um Zirkularität sowohl auf Produkt- als auch auf Systemebene zu realisieren.

 

 

Quelle:

circular.fashion Pressemitteilung vom 13.10.2025, Berlin: circular.fashion LANCIERT CIRCULAR DESIGN STANDARD ZERTIFIZIERUNG FÜR MEHR ZIRKULARITÄT IN DER MODE