Label-Potrait: Sustainable Fibre Program (SFp)

Kriterien für nachhaltige Produktion und Verarbeitung von Naturfasern

Standartinhaber und beteiligte

Controll Union, die erste Version, 1.1, des SFP wurde am 20. Oktober 2012 herausgegeben.


Klassifizierung

Privates, dennoch unabhängiges Nachhaltigkeits-Label für Faserproduktion und Weiterverarbeitung.

Typ A, Typ I

Ziel, Hintergrundinformationen

Control Union wollte einen Standard entwickeln, der sich mit zertifizierten, nicht-bio aber nachhaltigen, natürlichen Fasern auseinandersetzt. Ziel des SFP ist es, einen Leitfaden und Kriterien für den Anbau und die Weiterverabeitung natürlicher Fasern zu definieren, die unter anderem in der Textilindustrie eingesetzt werden, aber auch in anderen Bereichen.  

Der Standard befasst sich mit:

- dem Gemeinwohl der Bauern in Bezug auf Arbeitsrecht und einem fairen Preissystem, um ihren Lebensunterhalt zu verbessern
- ökologischen Anliegen auch bezüglich Treibhausgasen (Green House Gases), indem die Schadstoffe während der Nutzung reduziert werden. Reduzierung von Wasser und Energie sollen für ein sicheres, hygienisches und besseres Arbeitsumfeld sorgen ohne schädliche Auswirkungen auf natürliche Ressouren und Biodiversität.
- der Überwachung, dass Gewinn auf eine faire und transparente Weise erzielt wird, während sichergestellt ist, dass dies social-ökonomisch über die gesamte Lieferkette machbar und durchfürbar ist.

Geltungsbereich / Regelbereich

Geltungsbereich

Naturfasern, die aus agrarwitschaftlichen Anbausystemen stammen (Stamm, Blatt, Wurzel, Samen, Rinde, Blüte etc.)

Naturfasern die durch Tierzucht gewonnen werden (Tierhaare)

Naturfasern die durch Insektenzucht gewonnen werden (z.B. Larvenzucht für Seide)

 

Regelbereich

SFP ist ein Standard für die Produktion und Weiterverarbeitung, der auf drei Säulen basiert:

-die agrarwirtschaftliche Säule: definiert Kriterien, die sich auf Naturfasern aus landwirtschaftlichen Anbausystemen beziehen. Das betrifft Themen wie die Vorgeschichte des Bodens, Bereitstellung der landwirtschaftlichen Flächen, nachhaltige Vorgaben für den Schutz der Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenschutz, Ernte, Lagerung, Verpackung, Kennzeichnung und Export - Import Verwaltung.

- die Tierhaltung: definiert Kriterien die sich mit Naturfasern befassen, die der Tier- und Insektenzucht entstammen. Dies deckt die Tier / Larvenzuchtmethode, die Lebens- und Weidebedingungen und Gewohnheiten, nachhaltige Vorgaben für Schädlings- und Krankheitsmanagement, das ernten der Fasern, Lagerung, Verpackung, Kennzeichnung und Export-Import Verwaltung, ab.

- die Weiterverarbeitungssäule: definiert Kriterien für die Weiterverarbeitung der oben genannten Naturfasern.

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung

Die gesamte Wertschöpfungskette wird berücksichtigt, von der Faser bis zum Einzelhandel indem Rückverfolgbarkeitssoftware wie Trace N´Trade eingesetzt wird. Ausserdem weist der Standard Faser-Qualitäts-Parameter auf, was die Verunreinigung mit nicht nachhaltigen Fasern durch Laboranalysen leichter feststellbar macht.

Es findet eine unabhänige Zertifizierung gemäß dem Content Claim Standard statt, also eine Warenfluss-Zertifizierung entlang der Lieferkette.

Märkte

Textile Exchange hat ca. 250 Mitgliedsfirmen, derzeit sind noch keine Firmen gemäß dem Recycelt Content Standard zertifiziert. Alle zertifizierten Betriebe gemäß eines Textile Exchange Standards werden auf deren Webseite in einer Datenbank gelistet.