OCS - Organic Content Standard

Ersetzt Blended Organic Content Standard und Organic Content Standard 100

Standardversion

Aktuelle Version: Version V1.0, 2013

Klassifizierung

Umweltlabel (Produktionsökologie nur bedingt, da nur auf Faserzertifizierung basierend). Warenflusszertifizierung (Chain of Custody Certification).

Instiutionell, unhabhänig, Second Party

Typ A, Typ I

STANDARDINHABER UND BETEILIGTE

Als Standardinhaber ist Textile Exchange für die Standardentwicklung verantwortlich. Textile Exchange besteht sich aus einem 26-köpfigen Team und einem 15-köpfigen Aufsichtsrat. Textile Exchange ist eine NGO und Non-Profit-Organisation. Mitgliedschaften sind möglich für Unternehmen, produzierende Kooperativen und Farmen.

                                                                           

Zertifizierer: AssureQuality, CERES, Control Union, CCPB, ERK, ICE, LETI, Ecocert, NSF International, LSQA, IMO Swiss AG, IDFL, Soil Association, OneCert International, Organizacion Internacional Agropecuaria (OIA), Ulusal Sistem Beldelendirme, Intertek

Bildmarke, Logo


Ziel, Hintergrundinformationen

Ziel ist eine Erhöhung der organischen landwirtschaftlichen Flächen für Faserherstellung von 50% pro Jahr. Textile Exchange will Marktkräfte katalysieren um ökologische, soziale und ökonomische Erfolge durch die Erweiterung der organischen Faserherstellung zu erreichen. Dabei bezieht sich Textile Exchange ausschließlich auf den organischen Anbau von Baumwolle für die Kleidungsproduktion, deckt jedoch nicht ab, nach welchen Kriterien diese weiterverarbeitet wird.

 

Der OCS basiert auf den Anforderungen des Content Claim Standards (CCS), in dem eine Warenflusskontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette gefordert wird (= Chain of Custody Certification). Der OCS dient demnach zur Überwachung und Überprüfung der Inhalte von biologisch angebauten Materialien in einem Endprodukt. Der Organic Content Standard setzt sowohl auf den Einsatz von Bio-Naturfasern als auch auf den Einsatz von Bio-Naturfasern als Beimischung. Bei dem Standard geht es darum die Nachvollziehbarkeit des Bio-Naturfasereinsatzes zu gewährleisten und Kontaminationen zu vermeiden. Nicht relevant sind hingegen Anforderungen an Produktionsprozesse, Chemikalien und Sozialverträglichkeit.

 

Ein weiteres Ziel ist Greenwashing zu verhindern, in dem die Warenflusszertifizierung und Warenflusszertifikate über die gesamte Wertschöpfungskette gefordert sind. Das OCS 100/ blended-Label ist ein Umweltlabel, auch wenn es mit Produktionsökologie in der Textilverarbeitung nichts zu tun hat. Die Zertifizierung gemäß dem OCS dient als Einstieg in den Bio-Textilbereich, um in einem nächsten Schritt die GOTS-Zertifzierung zu erreichen. Natürlich kann auch die Kombination beider Zertifizierungen -GOTS und OCS- genutzt werden. Die Standardgeber des OCS und des GOTS kooperieren in vielerlei Hinsicht.

 

Der amerikanische Verband Textile Exchange ist Herausgeber von zahlreichen Standards:

Content Claim Standard (CCS)

Global Recycling Stndard (GRS)

Organic Content Standard (OCS)

Recycled Claim Standard (RCS)

Responsible Down Standard (RDS)

Responsible Wool Standard (RWS)

GELTUNGSBEREICH / REGELBEREICH

Geltungsbereich:

Produkte aus Bio-Naturfaser und Bio-Naturfaser in Umstellung, sowie Produkte aus Fasermischungen mit den Bio-Naturfasern zu mind. 5 %.

 

Regelbereich:

Der OCS 100/ blended fordert den Einsatz von kba/ kbt-Naturfasern zu einem bestimmten Prozentsatz (95-100 % bei OCS 100 bzw. mindestens 5 % bei OCS blended). Der Standard schreibt eine transparente, nachvollziehbare Dokumentation, Separation, eindeutige Identifikation bezüglich des Einsatzes von Bio-Naturfasern vor. Der Einsatz der Bio-Fasern (selbst als Beimischung von geringen Anteilen) muss über alle Produktionsschritte, vom Spinnen über Weben, Stricken, auch dem Färben, Veredeln und Konfektionieren durch eine Warenflusszertifizierung sichergestellt werden. Es gibt keine Kriterien bezüglich Verarbeitung, Chemikalieneinsatz oder sozialer Aspekte.

ABSICHERUNGSSYSTEM / KONFORMITÄTSPRÜFUNG

Gefordert wird eine unabhängige 3rd-Party Zertifizierung. Kontrolliert und zertifiziert wird der quantitative Warenfluss, Separation und Identifikation durch jährliche Betriebsinspektionen in allen involvierten Firmen Vorort. Als Nachweis werden neben den Betriebszertifikaten für jede Warenbewegung sog. Warenbegleitzertifikate (transaction certicates) gefordert. Die Zertifizierung kann nur durch zugelassene Zertifizierungsstellen erfolgen. 

MÄRKTE

Textile Exchange hat ca. 250 Mitgliedsfirmen und 1192 Firmen wurden bereits gemäß dem OCS zertifiziert. Lieferanten der Bio-Produkte von H&M, C&A, Marks and Spencer und vielen anderen großen bekannten Anbietern sind nach den Standards von Textile Exchange zertifiziert, auch wenn die Produkte selbst nicht immer mit dem jeweiligen Standard-Logos gekennzeichnet sind, sondern mit den firmeneigenen Labeln.

Kennzeichnung

Die zwei OCS-Label dürfen nur nach erfolgreicher unabhängiger und lückenloser Zertifizierung über die gesamte Wertschöpfungskette verwendet werden.

Zulässig ist die Kennzeichnung für Garne, Stoffe oder fertige textile Produkte, die aus mindestens 5 % bis 100% kbA/ kbt Fasern also Bio-Materialien bestehen. D.h. auch die Kennzeichnung von Zwischenprodukten ist möglich. Es gibt die zwei Label-Abstufungen OCS 100 und OSC blended.

 

OCS 100 Logo:

„made with/contains 100% organically grown material" (100% kba/ kbt Material) und „made with/contains organically grown material" (mind. 95% kbA/ kbt Fasern).

 

OCS blended Logo:

„Made with/contains X % organically grown material" (wenn ein Minimum von 5% kbA/ kbt Material enthalten ist).

Anmerkungen

Der OCS bezieht sich nur auf die Verwendung von organischen Materialien, reguliert aber weder den Einsatz von Pestiziden noch enthält es soziale Kriterien. Auch auf ressourcensparende Produktion wird nicht geachtet. Auch soziale Kriterien finden keine Berücksichtigung. Die komplette Herstellungskette wird überprüft, um allerdings das „Blended“-Siegel zu bekommen genügt es 5% organische Rohstoffe zu verwenden. Es gibt zwei Kennzeichnungsmöglichkeiten, abhängig vom Anteil an Biomaterial im Endprodukt und davon, ob das Produkt mit dem konventionell angebauten Material gemischt wurde.  Die Bezeichnung als organic (bio) bei der Labelstufe "blended" mit gerade einmal 5 % ist daher problematisch und irreführend.

WAS ANDERE ÜBER DAS SIEGEL SAGEN

Siegelklarheit: Nicht bewertet

 

Label-Online: Nicht bewertet

 

Textil-Siegel im Greenpeace-Check: Nicht bewertet

RELEVANTE DOKUMENTE UND LINKS