Fair WEar Foundation

Bessere Arbeitsbedingungen in Konfektionsbetrieben

Standardversion

Aktueller Brand Performance Check Guide 2023

 

Überarbeitung im fünf Jahres Rhythmus

Klassifizierung

Unabhängiger, organisatorischer Standard

 

Verhaltenskodex. Typ B (Teile der Produktionskette), Typ I (unabhängige Inspektionen und Verpflichtung zum Verhaltenskodex)

Supply chain focus

×      Faserproduktion

×      Textilverarbeitung

ü  Fertigung

×      Vertrieb/Handel

×      Kreislaufwirtschaft

fakten

1999 Gegründet

80 FWF Mitgliedsunternehmen


Organisation und beteiligte

bildmarke, logo


Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine unabhängige NPO aus den Niederlanden.  Als Initiative kooperiert sie mit verschiedenen anderen globalen Initiativen:  Ethical Trading Initiative (ETI, UK), Workers 'Rights Consortium (WRC), Fair Labor Association (FLA) und Social Accountability International (SAI) (USA) und die Clean Clothes Campaign (CCC). 

NEU: Im Oktober 2019 hat die FWF ihr gesamtes Erscheinungsbild und Logo modifiziert. Die FWF kommentiert auf Twitter: "Das liegt daran, dass wir uns anders fühlen. Wir sind mehr als nur eine Foundation, wir sind eine Bewegung. Und wir sind auf der Mission, Kleidung fair für alle zu machen."
Noch ist nicht erkennbar, wo die Reise der neuen "Fair Wear" hingehen wird. "Fair für alle" in der Lieferkette, nicht nur im Bereich Konfektion? "Fair für alle" Verbraucher, die künftig damit ein FairWear-Siegel zur Kaufentscheidung geboten bekommen? Wir werden hoffentlich bald hinter das Geheimnis kommen.

Ziel, Hintergrundinformationen

Die Fair Wear Foundation setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Textilindustrie ein und prüft, ob Marken die Menschenrechte in ihren Lieferketten einhalten. Ziel ist die Förderung von gesetzeskonformen und humanen Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie. Die FWF versteht sich als Multi-Stakeholder Initiative, die die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Gewerkschaften, NGOs und anderen Stakeholdern fördert. Der Fokus innerhalb der Lieferkette liegt bislang ausschließlich auf der Konfektion, da diese Phase besonders arbeitsintensiv ist und viele Problematiken bezüglich der Arbeitsbedingungen aufweist. Die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen dem FWF und einem Mitglied ist das Code of Labour Practices. Der Kern dieses Kodex besteht aus acht Arbeitsnormen, die sich aus den ILO-Konventionen und der UN-Menschenrechtserklärung ableiten. Die FWF versteht sich als eine sogenannte Lerninitiative. Eine Mitgliedschaft bei der FWF allein sagt somit noch nichts über den tatsächlichen Status hinsichtlich der sozialen Fairness eines Unternehmens aus. Die dauerhafte Mitgliedschaft ist jedoch daran gekoppelt, wie erfolgreich ein Mitglied den Kodex umsetzt. Wer Grundvoraussetzungen nicht erfüllt oder Mängel innerhalb einer Frist nicht behebt, verliert die Mitgliedschaft. Gleichzeitig können besonders engagierte Mitglieder einen ‚Leader Status‘ erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass die Mitgliedschaft in der Initiative seit mindestens drei Jahren besteht. Eine Überwachung findet durch unabhängige Audits in Produktionsstätten statt, die anschließend transparent auf der FWF-Website, genauso wie der Mitgliederstatus transparent auf der FWF-Website kommuniziert werden. Besonderes Merkmal der FWF ist ein direktes Beschwerdesystem, durch das Mitarbeitende in Produktionsstätten Missstände direkt an die FWF melden können, die in Kooperation mit Unternehmen Lösungsansätze erarbeitet.

Geltungsbereich / Regelbereich

Geltungsbereich

Bekleidungsindustrie / Konfektion

 

Regelbereich

Durch den Beitritt zur Fair Wear Foundation verpflichten sich Unternehmen zur Einhaltung des FWF-Kodex.

 

Fair Wear Code of Labour Practice:

  1. Die Beschäftigung wird frei gewählt
  2. Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen
  3. Keine Diskriminierung
  4. Keine Kinderarbeit
  5. Zahlung eines existenzsichernden Lohns
  6. Angemessene Arbeitszeiten
  7. Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen
  8. Rechtsverbindliche Arbeitsverhältnis

 

Mit dem „Wage Ladder-Tool” stellt die FWF-Mitgliedern ein online Werkzeug zur Sicherung von existenzsichernden Löhnen zur Verfügung. Mithilfe des Tools werden tatsächlich gezahlte Löhne in Fabriken mit Referenzwerten vergliche. Die basisbildenden Daten wurden von NGOS, Gewerkschaften, lokalen Arbeitsgruppen und internationalen Organisationen zusammengetragen. Mit dem Programm werden Grafiken erzeugt, die Abweichungen zwischen tatsächlich gezahlten Löhnen und existenzsichernden Löhnen visualisieren. Auf dieser Basis wird deutlich, wo Verbesserungsbedarf besteht, und ein Maßnahmenplan wird abgeleitet. In diesem Prozessschritt unterstützt die FWF-Mitglieder durch Beratung.

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung

Der FWF besucht jedes Jahr die jeweiligen Firmenzentralen, um einen Brand Performance Check durchzuführen. Im Rahmen dieser Überprüfung bewertet der FWF die Fortschritte seiner Mitglieder und untersucht, wie Managementsysteme die CoLP umsetzen.

 

Jedes Mitgliedsunternehmen ist einer Leistungskategorie zugeordnet:

- LEADER - GOOD - NEEDS IMPROVEMENT - SUSPENDED

Aufgrund von relevanten Änderungen im aktuellen Fair Wear Performance Check Guide 2023 wurden die zu erreichenden Punkte für den jeweiligen Status für bestehende Member für die Übergangsphase in den Geschäftsjahren 2022 und 2023 leicht herabgesetzt (Details im Performance Check Guide).

Einmal jährlich findet ein internes Monitoring statt. Ein externes Monitoring erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Alle 3 Jahre wird ein externes Überprüfungsaudit in 10% aller Zulieferstätten jedes Mitgliedsunternehmens durchgeführt.

 

Um einen Einblick in die Unternehmens-Performance zu gewinnen, besteht das FWF-Verifizierungssystem auf drei Ebenen: FWF überprüft Fabriken und implementiert ein Beschwerdeverfahren in allen Ländern, in denen es aktiv ist. Schließlich überprüft der FWF auch auf der betrieblichen Ebene, ob das Unternehmen die FWF Code of Labour Practices in ihren Management-Systemen effektiv umzusetzen. 

 

 

FWF Mitglieder erhalten kein Zertifikate. Die FWF veröffentlicht den Brand Performance Check und Sozialberichte aller Mitglieder. Darüber hinaus wird über die Website der prozentuale Anteil der Produktionsstätten kommuniziert, die vom Mitglied veröffentlicht wurden und die jeweiligen Beschaffungsländer werden benannt. 

Kennzeichnung

Derzeit wird Bekleidung nicht mit dem FWF-Label gekennzeichnet, es handelt sich somit um kein Produktlabel. 

 

FWF-Mitglieder sind dazu aufgefordert ihre Mitgliedschaft innerhalb von zwei Wochen mindestens über die Unternehmenswebsite durch ein Statement zu kommunizieren. Allen Mitgliedern wird ein individualisiertes Member Logo zur Verfügung gestellt. Abhängig von der jährlichen Perfomance Benchmarking Category (Leader, Good, Needs Improvement), können Unternehmen Logos zu Marketingzwecken, auf Verpackungen oder bei der Produktkennzeichnung einsetzten. Die Individualisierung der Logos ist obligatorisch. Die Produktkennzeichnung oder das online Produktmarketing mit dem Logo ist im ersten Jahr der Mitgliedschaft nicht gestattet. Member, die den Status „Needs Improvement“ erzielt haben, dürfen das Logo zu keinem der genannten Zwecke einsetzten und dürfen lediglich ihren Status kommunizieren.

  

Für Wiederverkäufer von FWF-Mitgliedern gibt es spezielle Regeln.  Wiederverkäufer können das FWF-Logo verwenden, wenn das verkaufende FWF-Mitglied eindeutig benannt wird. Die Mitglieder werden im Rahmen ihres Brand Performance Checks für das Kommunikationsverhalten von Drittanbietern oder Wiederverkäufern verantwortlich gemacht. 

1.    Marketinglogo/ Produktkennzeichnung

2.    Produktkennzeichnung mit QR-Code zum FWF-Unternehmensprofil

3.    Marketinglogo/ Produktkennzeichnung für Mitglieder mit dem Status Leader

 

Die Logofarben dürfen dem Unternehmensmarketing angepasst werden, insofern sie dem Communication Guide entsprechen.

Positionierung

Die derzeit 80 Mitgliedsunternehmen repräsentieren über 130 Marken und sind in sieben europäischen Ländern vertreten. Mitglieder-Produkte werden in über 20.000 Filialen in mehr als 80 Ländern auf der ganzen Welt verkauft. Die FWF ist in 15 Produktionsländern in Asien, Europa und Afrika aktiv (Bangladesch, Bulgarien, China, Indien, Litauen, Mazedonien, Polen, Portugal, Rumänien, Thailand, Tunesien, Türkei, Ukraine und Vietnam).

anmerkungen

Stärken

  • Sehr hohe Sozialstandards 
  • Starker Standard für die Konfektionierung
  • Im Bereich existenzsichernde Löhne sehr gut aufgestellt

Schwächen

  • Keine Abdeckung der gesamten Lieferkette
  • Umweltvorschriften werden vom Standard nicht berücksichtigt.
  • Kreislauffähigkeit wird nicht berücksichtigt

was andere über das siegel sagen

Siegelklarheit: "Sehr gute Wahl" (Das Siegel erzielt einen Score von 67% im Punkt Glaubwürdigkeit, 73% im Punkt Sozialverträglichkeit und lediglich 2% im Punkt Umweltverträglichkeit)

 

Label-Online: „Empfehlenswert“ „Es handelt sich um ein anspruchsvolles Label, das wesentlich zu Verbesserungen der Produktionsbedingungen von Textilien beiträgt.“ Stärken werden bei Anspruch, Kontrolle und Transparenz des Labels gesehen. Als Schwäche wird eine fehlende Unabhängigkeit durch eine unzureichende rechtliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit von „Zeichengeber, Zeichennehmer und Prüfer“.

relevante dokumente und quellen

Letzte Aktualisierung im Juni 2024