Cotton made in Africa

Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel

Klassifizierung

Nachhaltigkeits-Label
Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Lebensbedingungen der Kleinbauern in Subsahara Afrika, ihren Familien und zukünftigen Generationen.

Standardinhaber und Beteiligte

Bildmarke, logo


Trägerstiftung ist die „Aid by Trade Foundation" (ehemals FSAF = Foundation for Sustainable Agriculture and Forestry) in Deutschland.

Das höchste Gremium der Stiftung ist das Kuratorium, das unter dem Vorsitz von Dr. Michael Otto mit führenden Persönlichkeiten aus Umweltorganisationen, der öffentlichen Hand und der Wirtschaft international besetzt ist.

Die Atakora Fördergesellschaft GmbH ist für die soziale Vermarktung der Rechte an der Marke „Cotton made in Africa" zuständig.

 

Im Auftrag der AbTF führen die unabhängigen und international
anerkannten Unternehmen EcoCert und AfriCert die Verifizierungen durch. Insgesamt 19 afrikanische Auditoren wurden dabei im Jahr 2018 eingesetzt.


Ziel, Hintergrundinformationen

Gründung in 2005. Mit einem unternehmensgetriebenen Ansatz trägt die Initiative zu Armutsbekämpfung und Umweltschutz in Afrika bei. In Schulungsmaßnahmen lernen Kleinbauern, umweltfreundlich und effizient Baumwolle zu produzieren, die dann von internationalen Textilunternehmen zu Weltmarktpreisen beschafft werden kann. Die Bauern profitieren durch höhere Erträge, verbessertes Einkommen, Infrastrukturmaßnahmen und Investitionen in Bildung.

Ziel der Initiative ist es, gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Nichtregierungsorganisationen, verbunden in einer strategischen Allianz zu Armutsbekämpfung und Umweltschutz in Subsahara-Afrika beizutragen und so die Lebensbedingungen der dortigen Baumwollbauern und ihrer Familien zu verbessern. Enge Partner in den afrikanischen Anbaugebieten sind die CmiA verifizierten Baumwollgesellschaften vor Ort.


Bei Cotton made in Africa handelt es sich um eine Initiative, die ausschließlich mit Baumwollkleinbauern zusammenarbeitet. Um Textilien mit Cotton made in Africa Label produzieren zu dürfen, führen die Textilunternehmen der Nachfrageallianz eine Lizenzgebühr an die Stiftung ab. Mit den Lizenzeinnahmen finanziert die Stiftung landwirtschaftliche Schulungen, in denen die Kleinbauern moderne und umweltschonende Anbaumethoden nach den CmiA-Verifizierungskriterien erlernen, um die Ernteerträge und damit das verfügbare Einkommen der Kleinbauern zu verbessern. Dazu kommen „Farmer Business Schools", die den Kleinbauern einfache betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermitteln. Sie helfen ihnen dabei, ihre Betriebe wirtschaftlich erfolgreich zu führen. Gemeinsam mit Unternehmenspartnern, Baumwollgesellschaften und der öffentlichen Hand investiert die Aid by Trade Foundation auch in Sozialprojekte, die zum Beispiel die schulische Infrastruktur in den Projektregionen verbessern oder Frauenkooperativen unterstützten.

Bauern werden in Grundbautechniken, landwirtschaftlichen Praktiken zum Boden-, Erosions- und Gewässerschutz, sowie Tierhaltung geschult. Für Pestizide ist eine Verbotsliste vorhanden, die allerdings weniger umfangreich ist, als bei Fairtrade Cotton, aber mehr Wirkstoffe abdeckt als die Better Cotton Initiative; die Verwendung von Pestiziden ist ebenfalls weniger scharf geregelt als bei Fairtrade.  

Aus Kostengründen wird auf eine jährliche Zertifizierung verzichtet. Glaubwürdigkeit soll über das zweijährige Verifizierungssystem garantiert werden.

Geltungsbereich / Regelbereich

Es wird ausschließlich der Baumwollanbau in Afrika geregelt.

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung

Es findet keine Zertifizierung statt. Die Aid by Trade Foundation fordert von Vertragspartner eine Selbstauskunft und jährliche Fortschrittsberichte. Zusätzlich gibt es ein selbst entwickeltes Verifizierungssystem. Alle zwei Jahre lässt die Initiative von den unabhängigen Unternehmen Ecocert und Africert die Einhaltung ihrer Richtlinien überprüfen. Bei Nichteinhaltung der Standardanforderungen folgt der Ausschluss aus dem CmiA System.

Im Rahmen eines Wirkungsmonitorings wird gemessen, inwiefern sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwollerzeuger durch die Teilnahme an dem Programm verbessern. Für die erfolgreiche Verifizierung wird kein Zertifikat ausgestellt, sondern eine Lizenz für den Verkauf von CmiA Baumwolle vergeben. Die erste Verfizierungsrunde erfolgte 2009. 

Im System von Cotton made in Africa wird in der Weiterverarbeitung zwischen zwei Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit unterschieden: Mass Balance (MB) oder Hard Identity Preserve (HIP). Beiden Alternativen liegt eine lückenlose Rückverfolgung vom Anbau über die Entkörnungsanlage bis zur Spinnerei zugrunde. Danach unterscheiden sich die beiden Systeme und der Grad der Transparenz ändert sich entsprechend.
 

In der Spinnerei findet eine  Massenbilanzkontrolle statt. Dabei wird überprüft, ob bei der Spinnerei die Bilanz von eingekaufter Menge CmiA Baumwolle und produziertem CmiA Garn stimmt. Dazu meldet die Spinnerei ihre Bestands Zu- und Abgänge an die Aid by Trade Foundation. Das System funktioniert in der Logik des „Ökostrom“-Modells und die Bilanz (Eingänge CmiA Baumwolle = Ausgänge CmiA Garne) wird auf Ebene der Spinnerei kontrolliert. 

Wird eine lückenlose Rückverfolgung vom Baumwollballen bis zum Fertigprodukt vom Handelspartner gewünscht, kann hierzu ein Hard Identity Preserved Tracking System eingesetzt werden. Die Anforderungen an das System stellt die Aid by Trade Foundation zur Verfügung, die Umsetzung obliegt dem Handelspartner. In der Kommunikation können genaue Aussagen über die Herkunft des Rohstoffs getroffen werden.

Kennzeichnung

Cotton made in Africa wird im Bereich Mode- und Heimtextilien angeboten. Alle CmiA-Artikel werden mit einem roten Label gekennzeichnet. CmiA ist eine "ingredient brand". Das bedeutet, CmiA ist keine Marke für Produkte, sondern für die afrikanische Baumwolle, die als Rohstoff für Markenprodukte eingesetzt wird. Somit definiert sich CmiA als Gütesiegel und tritt neben einer bereits existierenden Marke auf bzw. wird von Markenanbietern als „Zusatzqualität" zum jeweiligen Produkt verwendet und ausgelobt.

Märkte

103 Millionen CmiA-gelabelte Textilien wurden 2018 weltweit von 46 Handeslpartnern angeboten. Zu den Partnerunternehmen zählen u.a. Asos, Bestseller, Aldi Süd und Nord , Tchibo, s.Oliver, Rewe oder der Otto Group. Im Jahr 2018 arbeitete die Initiative mit 1 Mio. Kleinbauern zusammen, die in 10 Anbauländern auf einer Anbaufläche von 1.780.000 ha in Summe 580.000 Tonnen ertkörnte CmiA-Baumwolle ernteten, womit 37 % der afrikanischen Baumwollproduktion CmiA-zertifiziert ist.