FairtraDE - CERTIFIED cOTTON

FAIRER hANDEL FÜR bAUMWOLLFARMER

Standardinhaber und Beteiligte


Standartinhaber und beteiligte

Fairtrade-Standards werden von Fairtrade International (FLO e. V.) entwickelt. FLO richtet sich dabei nach den von ISEAL (International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance) vorgegebenen Richtlinien ("best practice"). Die Entwicklung der Standards erfolgt durch die Abteilung für Standards. Da Fairtrade ein Stakeholder-System ist, bedeutet dies in der Praxis, dass alle wichtigen Akteure des Fairtrade-Systems beteiligt sind, wenn ein Standard entwickelt wird: dies sind neben Fairtrade International selbst unter anderem die Produzenten (in Form der Produzenten-Netzwerke), Händler und die nationalen Siegelinitiativen.

Klassifizierung

Fairtrade ist eine klassische Drei-Parteien-Zertifizierung. Um die physische Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, ist die gesamte Lieferkette zertifiziert. Die Fairtrade-Standards schreiben außerdem vor, dass alle Beteiligten der weiteren Lieferkette einen Nachweis über die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen vorlegen müssen. Das gilt für alle Schritte der Weiterverarbeitung wie Entkernung, Spinnen, Färben, Stricken, Weben, Konfektionieren. Ist kein Nachweis vorhanden, übernimmt FLO-CERT die Überprüfung. Die anerkannten Nachweise werden im „Fairtrade Standard for Fibre Crops for Small Producer Organizations" unter dem Punkt „2.4 Requirements for operators in the cotton chain" zusammengefasst. Der Fokus der Fairtrade-Zertifizierung liegt jedoch, wie bei allen anderen Produkten, auf den Rohstoff bzw. den Baumwollbauern.

Ziel, Hintergrundinformationen

Fairtrade ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung. Durch gerechtere Handelsbeziehungen soll die Situation der benachteiligten Produzentenfamilien - in diesem Fall Kleinbauern, die Baumwolle anbauen, in Afrika, Asien und Südamerika verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden.

2004 hat Fairtrade International (FLO) Fairtrade-Standards für Baumwolle eingeführt. Zurzeit erhalten die Baumwollproduzenten einen festen Mindestpreis und eine Fairtrade-Prämie. Alle weiteren Beteiligten der Textil-Produktion müssen einen Nachweis erbringen, dass die ILO-Kernarbeitsnormen eingehalten werden. Die Produkte aus Fairtrade-Baumwolle werden mit dem Siegel „Fairtrade certified cotton" ausgezeichnet. 

Geltungsbereich / Regelbereich

Der Standard bezieht sich auf folgende Produkte: „Seed Cotton is the seeds and fibre of all commercially-grown species of the cotton plant: Gossypium hirsutum (upland cotton), Gossypium herbaceum and Gossypium arboreum as well as Gossypium barbadense (eg. PIMA, Giza)."

Alle Textlinen, die Mindestens zu 50 Prozent aus Baumwolle bestehen können das Fairtrade certified cotton Siegel erhalten. Sämtliche Baumwolle, die für das Textil verwendet wird, muss dann Fairtrade-zertifziert sein

Absicherungssystem / Konformitätsprüfung

Die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT überprüft vor Ort, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllt werden. Sie kontrolliert auch, dass die Produzentenorganisationen den festgelegten Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie ausgezahlt bekommen. FLO-CERT ist selber nach ISO65 Richtlinien zertifiziert.

Märkte

In Deutschland gibt es rund 60 Firmen, die Produkte mit dem Fairtrade-Cotton-Siegel anbieten. Weltweit sind es knapp 300 Firmen, die in den verschiedenen Lieferketten beteiligt sind. In Deutschland sind über 300 unterschiedliche Artikel aus Fairtrade-Cotton in einer Reihe von verschiedenen Vertriebskanälen erhältlich. Ob armedangels Designer T-Shirts, verschiedene Fairtrade-Kollektionen in den Adler Modehäusern oder die Comazo Unterwäschen Kollektionen erhältlich in 30 Märkte im Süden Deutschlands - Kleidung mit Fairtrade-Cotton-Siegel gibt es online oder in verschiedenen lokalen Verkaufsstellen. Für den Heimbedarf gibt es eine Reihe von Bett- und Badwaren und für den Alltag gibt es Baumwolleinkaufstasche in vielen Handelsketten. Außerdem wird auch seit neuestem die Nachfrage nach ethisch verantwortungsvoller Berufsbekleidung bedient.