England/Lyocell
Ob die Queen Lyocell trägt?
"Drive left" ... schön konzentrieren beim Verlassen der Fähre und Bewegen auf englischem Boden. "Look right" ... schon die flüchtigsten Blicke zeigen Englands Tradition, Kultur, Historie und Romantik. Nicht einmal über den Süden von England hinaus gekommen, beeindrucken die weißen Kreideklippen in Dover oder Eastbourne, Canterbury zur Teestunde, der aristokratische Flair von Brighton, der mystische Steinkreis von Stonehenge, die Flora und Fauna im Dartmoor, das erholsame und romantische Cornwall, Plymouth, die Stadt der Seeleute, Forscher und zwielichtigen Piraten, etc. etc.
Englands hohes Bildungsniveau wird in Oxford mit der ältesten englischsprachigen Universität der Welt bestens repräsentiert. IFOAM wählte diesen Ort der Gelehrsamkeit für seine Organic Trade Conference 1997.
Kent, Surrey und Sussex werden auch als der "Garten Englands" bezeichnet. In Kent liegt das niedliche Städtchen Rochester, einst "Zuause" von Charles Dickens und heute Treffpunkt von internationalen Austauschstudenten im Bereich Modedesign und Bekleidungstechnik. Seit Herbst 2000 lehrt das Surrey Institute of Art and Design (University College Farnham) in einem neuen Studienprogramm "Product Design Sustainable Futures". Erstmals lernen die Studenten, dass für ein ökologisches Design neben dem Gefühl für Ästhetik auch lebenszyklusweite und technische Zusammenhänge zu berücksichtigen sind. Als textiles Beispiel sei die Chemiefaser Lyocell unter die Lupe der Nachhaltigkeit genommen.
Die Zellulosefaser Lyocell, auch unter den Handelsnamen Tencel und NewCell bekannt, verbindet die Vorteile der Naturfasern mit denen der Synthetikfasern. Ergebnis der Forschung nach einem umweltfreundlichen Herstellungs-verfahren für Zellulosefasern war, die Zellulose mit Wasser, dem ungiftigen Lösungsmittel NMMO-Monohydrat (N-Methylmorpholin-N-Oxid) aus der Gruppe der Aminoxide und einem Stabilisator im Direktlöseverfahren zu trennen.
Die dabei entstehende dickflüssige Lösung wird durch Spinndüsen gepresst, die Filamente anschließend in einem Luftspalt und Fällbad erstarrt, dann nochmals gewaschen und getrocknet. Das entstandene Wasser aus der Verdampfung wird für den Waschprozess verwendet. Das Ausgangsmaterial Zellulose ist ein nachwachsender, erneuerbarer Rohstoff und damit auch biologisch abbaubar.
Besondere Umweltverträglichkeit wird dadurch erreicht, dass das Lösungsmittel mit einer Rückgewinnungsrate von 99,5 % wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Der Rest wird in biologischen Kläranlagen abgebaut, bzw. für den nächsten Lösungsprozess aufkonzentriert.
Diese hervorragende Produktivität setzt sich in der Spinnerei und Weberei fort, wo sich die hohe Faserfestigkeit (Trocken- und Nassfestigkeit) positiv auswirkt. Des weiteren kann ein sparsamer und somit wirtschaftlicher Chemikalieneinsatz bei der Färbung und Veredlung gewährleistet werden. Diese Zellulosefaser zeichnet sich durch eine besondere Anfärbbarkeit aus. Aufgrund der hohen Farbausbeute wird der Einsatz von Farbstoffen erheblich reduziert und dabei dennoch eine hohe Farbbrillanz und Farbtiefe erreicht. Die hohe Nassfestigkeit der Faser minimiert den Verbrauch von Harz bei der Ausrüstung und sorgt für eine Maßstabilität beim Veredeln und Waschen.
Durch die Fibrillationsfähigkeit lassen sich innovative Oberflächenstrukturen für neue, kreative Optiken (weich, glänzend) leicht und preiswert erzeugen. Hohe Wasseraufnahme- und -rückhaltefähigkeit bei Lyocell verursachen Eigenschaften, die den Naturfasern Baumwolle oder Seide sehr ähnlich sind. Wegen der guten Laugenbeständigkeit, sind Textilien aus Lyocell leicht zu pflegen und waschbar. Zu weiteren positiven Eigenschaften der Faser gehört auch das gute Wärmerückhaltevermögen und die geringe antistatische Aufladung.
Dieses weiche Material mit seidigem Glanz und fließendem Fall eröffnet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten besonders für die Segmente Damenoberbekleidung und Wäsche, aber eignet sich ebenso für den Einsatz von technischen Textilien. Für die Lieferformen Filamentgarn und Spinnfasern bzw. Stapelfasern wurden verschiedene Lizenzen in England und Deutschland erteilt.
Das Beispiel Lyocell zeigt, dass Synthesefasern in punkto Ökologie, Ökonomie, Recyclingfähigkeit, Ressourcen- Effizienz, d.h. in Kriterien der Nachhaltigkeit den Naturfasern nicht nachstehen.
Gerne recherchiert it fits für Sie auch zu anderen Textilfasern oder -themen!