Doppelte Einschaltquoten verbucht das Erste am 23.01.2012 mit “Markencheck“ und „Hart aber Fair“.
Dass die Produktionsbedingungen bei H&M alles andere als gut sind, zeigte die ARD-Sendung "Markencheck" in einem kurzen Film. Zu sehen sind emotionale Bilder von der 20-jährigen Moni aus Bangladesch. Sie verdient nur rund 35 Euro im Monat für das Nähen der Textilien und muss dafür bis zu 14 Stunden am Tag arbeiten. Das Geld reicht nicht mal für die Wohnungsmiete. Die Produktionsbedingungen in der Textilbranche sind zum Teil miserabel. Es werden auch Kinder und Jugendliche dabei eingesetzt – nicht nur bei den Produktionsstätten von H&M.
Im Anschluss an den Markencheck wollte „Hart aber Fair“-Moderator Frank Plasberg wissen:
„Ein T-Shirt für 2,95 Euro – wer zahlt den Preis für billige Mode?“
„Sie sahen vor allem die Umweltaktivistin Frau Kirsten Brodde in Bestform" - ist auf Bild.de zu lesen.
„Trigema-Chef Grupp sah gegen sie keine Schnitte."
„80 Millionen Kleidungsstücke weltweit pro Jahr lassen sich nicht auf der Schwäbischen Alb herstellen", so Brodde Richtung Grupp.
Mode muss nicht nur billig, sondern vor allem fair und umweltverträglich produziert sein, finden: Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) und Umweltaktivistin und Greenpeace-Sprecherin Kirsten Brodde.
Ein Höhepunkt der Sendung: die Diskussion über Öko-Siegel.
Brodde: „Wir brauchen Transparenz im Herstellungsprozess von der Baumwolle an".
Ein weiterer Kurzfilm stellte die Ökosiegel Öko-Tex 100/1000, GOTS, Fair Trade sowie IVN-Naturtextil und deren Bedeutung vor. Herr Dr. Holger Brackemann von Stiftung Warentest präsentiert Ergebnisse eines T-Shirt-Tests und zieht am Ende folgendes Fazit:
„Ökotex 100" klingt gut, bedeutet aber lediglich, dass das Endprodukt schadstofffrei ist. Bei „Fair Trade", dem „GOTS"-Siegel und dem „IVN-Naturtextil" kann man schon eher zugreifen. Ein echter Mehrwert für Verbraucher. Diese Siegel sind eine Empfehlung wert".
In einer kleinen Modenschau wurde Kleidung vorgeführt und Plasberg ließ seine Talk-Teilnehmer raten, ob man diesen Modellen die „Bio-Qualität" oder „nicht Bio-Qualität" ansieht. Natürlich kann man dies beim bloßen Anblick der Mode nicht erkennen. Dennoch, Kirsten Bodde und Dirk Niebel haben bei dieser Raterunde ein gutes Gespür gezeigt. Und diese Sendung hat somit auch gleich einen kleinen Beweis für die vielen Zuschauer geliefert, dass Öko-Mode sein altes Müsli-Image schon lange abgelegt hat.
Einige Verbraucherstatements am Ende der Sendung klingen durchaus vernünftig und spiegeln eine gewisse Sensibilität der Verbraucher für Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und Umweltbewusstsein wieder.
Mit der Geschichte zu „Made in Germany" deckt Hart aber Fair auch gleich noch einen Irrtum der Produktkennzeichnung auf.
Alles in allem eine interessante Diskussion, gut und kompakt aufbereitete Informationen, für die Bio-Textilbranche eine Sternstunde im Deutschen Fernsehen.
Die Sendung ist abrufbar im Internet unter Das Erste - Mediathek:
http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/rueckschau/sendungen.php5